Überlegungen zur Backupstrategie
Tuesday, September 7. 2010
Seit dem letzten Post zum Thema Backup ist nun schon einige Zeit vergangen. Damals habe ich ein paar Anforderungen formuliert, die eine Backuplösung aus meiner Sicht haben sollte. Inzwischen habe ich ein paar Sachen ausprobiert und schon einige Erfahrungen sammeln können. Aber erstmal von Anfang an.
Bevor man sich ans Backup machen kann, benötigt man eine Backupstrategie. Diese besagt kurzgesagt: Welche Daten sollen wie, wo, wann und wie oft gesichert werden.
Wenn man sich eine Backupstrategie überlegt, sollte man vor allem auf die "Psychologische Komponente" (oder auch: eigene Trägheit) achten. Das ist aus meiner Sicht äußerst wichtig. Die schönste Backupstrategie nutzt nichts, wenn sie hinterher doch nicht durchgeführt wird. Dies kann beispielsweise der Fall sein, wenn das Backup zu aufwändig ist oder zu viel Interaktion vom Benutzer erforderlich ist.
Deshalb sollte die oberste Regel beim Planen eines Backups sein: Möglichst viel automatisieren - möglichst wenig Interaktion vom Benutzer fordern. Mit Interaktion sind auch sehr kleine Handlungen gemeint, die der Benutzer ausführen muss, um ein Backup zu starten. Beispielsweise das Einschalten eines Geräts oder das Einstecken der Festplatte. Schon diese kleinen Stolpersteine können dazu führen, dass ein Backup nicht regelmäßig durchgeführt wird. Im Idealfall sollte man sich um nichts kümmern müssen. Alle wichtigen Daten werden vollautomatisch im Hintergrund gesichert.
Im Prinzip alle wichtigen Daten, die nicht schon anderswo gesichert sind (z. B. Betriebssystem auf der Installations-CD). Welche Daten sind wichtig? Auf jeden Fall alles im Heimatverzeichnis (/home). Außerdem die Systemkonfiguration (/etc) und eventuell Daten in /opt sowie unter /var.
Meine Backupstrategie umfasst eine regelmäßige Sicherung von /home sowie /etc. Daneben erstelle ich immer ein Image der Systempartition (bei mir sind / und /home auf eigenen Partitionen, genau aus diesem Grund). Zwar könnte ich das System über die Installations-CD wieder installieren, aber es ist einfach komfortabler das fertig eingerichtete System mit allen installierten Programmen in ein paar Minuten über die Partition zu bügeln, wenn es ein Problem gibt.
Beim Backupmedium gibt es aktuell fünf verschiedene Möglichkeiten, die hier vorgestellt werden sollen:
Zusammenfassend: Das aus meiner Sicht derzeit optimale Backupmedium für den durchschnittlichen Privathaushalt ist die externe Platte bzw. das NAS. Wer es etwas größer und individueller haben möchte, schraubt sich seinen eigenen kleinen Heimserver zusammen.
Man weiß welche Daten man sichern möchte, man weiß wohin man die Daten sichern will - nun stellt sich nur noch die Frage: Wie werden die Daten gesichert. Zu den wichtigsten Verfahren dürften inkrementelles Backup, differentielles Backup und Snapshots gehören.
Bevor man sich ans Backup machen kann, benötigt man eine Backupstrategie. Diese besagt kurzgesagt: Welche Daten sollen wie, wo, wann und wie oft gesichert werden.
Psychologische Komponente
Wenn man sich eine Backupstrategie überlegt, sollte man vor allem auf die "Psychologische Komponente" (oder auch: eigene Trägheit) achten. Das ist aus meiner Sicht äußerst wichtig. Die schönste Backupstrategie nutzt nichts, wenn sie hinterher doch nicht durchgeführt wird. Dies kann beispielsweise der Fall sein, wenn das Backup zu aufwändig ist oder zu viel Interaktion vom Benutzer erforderlich ist.
Deshalb sollte die oberste Regel beim Planen eines Backups sein: Möglichst viel automatisieren - möglichst wenig Interaktion vom Benutzer fordern. Mit Interaktion sind auch sehr kleine Handlungen gemeint, die der Benutzer ausführen muss, um ein Backup zu starten. Beispielsweise das Einschalten eines Geräts oder das Einstecken der Festplatte. Schon diese kleinen Stolpersteine können dazu führen, dass ein Backup nicht regelmäßig durchgeführt wird. Im Idealfall sollte man sich um nichts kümmern müssen. Alle wichtigen Daten werden vollautomatisch im Hintergrund gesichert.
Welche Daten sichern?
Im Prinzip alle wichtigen Daten, die nicht schon anderswo gesichert sind (z. B. Betriebssystem auf der Installations-CD). Welche Daten sind wichtig? Auf jeden Fall alles im Heimatverzeichnis (/home). Außerdem die Systemkonfiguration (/etc) und eventuell Daten in /opt sowie unter /var.
Meine Backupstrategie umfasst eine regelmäßige Sicherung von /home sowie /etc. Daneben erstelle ich immer ein Image der Systempartition (bei mir sind / und /home auf eigenen Partitionen, genau aus diesem Grund). Zwar könnte ich das System über die Installations-CD wieder installieren, aber es ist einfach komfortabler das fertig eingerichtete System mit allen installierten Programmen in ein paar Minuten über die Partition zu bügeln, wenn es ein Problem gibt.
Welches Medium?
Beim Backupmedium gibt es aktuell fünf verschiedene Möglichkeiten, die hier vorgestellt werden sollen:
- DVD
Die vermutlich kostengünstigste Variante. Im einfachsten Fall werden einfach alle wichtigen Daten auf die DVD gebrannt und in den Schrank gestellt. In ausgeklügelteren Backup-Settings werden differentieller und inkrementelle Backups gemacht und wiederbeschreibbare DVDs durchgewechselt.
Klarer Nachteil dieses Mediums ist der beschränkte Platz und dass der Benutzer für jedes Backup aktiv werden muss (Psychologische Komponente). Dabei muss er nicht nur das Backup anstoßen, sondern auch während des gesamten Vorgangs aktiv sein (Daten brennen, DVDs wechseln) und den Überblick über seine Backup-DVDs behalten.
Deshalb ist dieses Medium aus meiner Sicht nicht besonders gut geeignet und auch nicht mehr zeitgemäß für Backups. - Externe Festplatte
Optimales Preis/Leistungsverhältnis, was die Speichermenge betrifft. Festplatten mit 1 TB sind heute schon ab 80 EUR zu haben und bieten erstmal genug Platz für die eigenen Daten. Das Backup lässt sich gut automatisieren, so dass im Optimalfall nur noch die Festplatte an den Rechner angesteckt werden muss.
Nachteil hierbei ist, dass man in der Regel nur eine Festplatte für Backups verwendet. Geht die kaputt sind die Backups futsch. Außerdem muss die Platte an jeden Rechner angestöpselt werden, bei dem ein Backup gemacht werden soll (im durchschnittlichen Geek-Haushalt sind das schon ein paar
) - NAS
NAS ist aktuell selbst in der billigsten Variante noch teurer als eine externe Platte. Vorteilhaft ist aber, dass man (je nach NAS) mehrere Platten hat, die im RAID-Verbund laufen und dadurch eine gewisse Ausfallsicherheit bieten. Außerdem ist das NAS über Netzwerk angebunden und dadurch für alle Rechner im Netzwerk verfügbar. Somit ist es nicht mehr notwendig (wie bei der externen Platte, s. o.) die Platte an den jeweiligen Rechner anzustecken, sondern die Platte ist immer verfügbar.
Ich denke im Allgemeinen geht auch der Trend zunehmend zum NAS, eben aufgrund der eben genannten Vorteile. - Eigener Server / Homeserver
Das höchste der Gefühle für jeden Geek! Am besten auch selbst zusammengeschraubt aus stromsparenden und leisen Komponenten. Vorteile sind die gleichen wie beim NAS, nur dass hier jedes Detail der Konfiguration selbst bestimmt werden kann. Durch die maximale Handlungsfreiheit ermöglicht der eigene Server auch eine große Automatisierung des Backups. Außerdem kann die Speicherkapazität dynamisch erweitert werden und der Server ist im Regelfall von überall aus erreichbar, was Backups von mobilen Geräten unterwegs vereinfacht. Dabei muss allerdings die Geschwindigkeit der Internetanbindung beim Homeserver berücksichtigt werden, denn hier lauert ein Flaschenhals.
Für meine persönliche Backupstrategie war der Homeserver das optimale Backupmedium. Mehr zum Setup dann später. - Fremder Server / Cloud
Die gleichen Vorteile wie beim eigenen Server, wobei die Internetanbindung optimal sein wird. Im Gegensatz zum Homeserver, muss man sich hier nicht um die Wartung der Infrastruktur kümmern und bekommt auf Knopfdruck zusätzlichen Speicherplatz.
Nachteil dieser Lösung ist, das die eigenen Daten bei einem fremden Anbieter, unter Umständen in einem anderen Land mit anderen rechtlichen Bestimmungen, liegen. Außerdem muss man sich voll auf seinen Cloudanbieter verlassen, was die Datensicherheit als auch die langfristige Verfügbarkeit angeht. Geht ein Anbieter pleite ist ein Umzug nötig, im schlimmsten Fall sind vielleicht sogar die Daten weg.
Zusammenfassend: Das aus meiner Sicht derzeit optimale Backupmedium für den durchschnittlichen Privathaushalt ist die externe Platte bzw. das NAS. Wer es etwas größer und individueller haben möchte, schraubt sich seinen eigenen kleinen Heimserver zusammen.
Die Backupstrategie
Man weiß welche Daten man sichern möchte, man weiß wohin man die Daten sichern will - nun stellt sich nur noch die Frage: Wie werden die Daten gesichert. Zu den wichtigsten Verfahren dürften inkrementelles Backup, differentielles Backup und Snapshots gehören.
- Inkrementelles Backup
Beim inkrementellen Backup wird zuerst eine Sicherung alle Daten durchgeführt. Bei jedem weiteren Backup werden nur die Änderungen zum jeweils letzten Backup gesichert. Dadurch wird sehr viel Platz gespart wodurch sich diese Backupvariante für viele Backupvorgänge (z. B. täglich oder stündlich) eignet.
Ein Problem sehe ich bei inkrementellen Backups darin, dass man für die Recovery das Vollbackup inklusive aller inkrementellen Sicherungen benötigt. Geht da was kaputt, ist man erstmal aufgeschmissen. - Differentielles Backup
Beim differentiellen Backup wird ebenfalls zuerst eine vollständige Datensicherung durchgeführt. Danach werden aber bei jedem Backupvorgang alle Daten gesichert, die sich seit dem Vollbackup geändert haben.
Auch hier hat man ein ähnliches Problem wie beim inkrementellen Backup: Man benötigt für die Recovery das jeweils letzte Vollbackup. Ist das beschädigt, hat man erstmal ein Problem. - Snapshots
(Ich beziehe mich hier auf die Verhaltensweise von rsnapshot.) Bei Snapshots werden ebenfalls nur die geänderten Dateien gesichert. Großer Vorteil gegenüber inkrementellen Backups: Es gibt kein Vollbackup, was kaputt gehen kann. Außerdem werden die Daten nicht in eine einzige Datei (z. B. tar.gz-Archiv) gepackt, sondern liegen ganz normal auf der Festplatte. rsnapshot nutzt dabei Hardlinks: Dateien, die sich nicht geändert haben, werden nicht in den Ordner des Snapshots kopiert, sondern durch einen Verweis referenziert. Dieser benötigt keinen Speicherplatz, so dass bei jedem Snapshot effektiv nur die Änderungen gesichert werden und der Platzbedarf vergleichsweise gering ist. Daher ist aus meiner Sicht rsnapshot das optimale Backuptool.
Zuletzt muss man nur noch festlegen wie oft eine Datensicherung durchgeführt werden soll. Im Normalfall wird man eine tägliche Sicherung machen, wobei man bei Snapshots ohne Probleme auch stündlich sichern kann - jeder Snapshot belegt ja nur den Platz der Änderungen.

